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Berlin - am, im und auf dem Wasser

Stadt statt Strand bei 38° im Schatten?

Ja, geht, wenn man sich am, im und auf dem Wasser aufhält.

So haben wir  ́s in Berlin gemacht, an den Hundstagen vom 24. - 27.Juli, und hatten eine wahnsinnig schöne, erlebnisreiche und erholsame Zeit.

Schon unser Hotel, direkt an der Dahme gelegen, war ein Glücksgriff.

Abends gab es, wie jeden Mittwoch im Sommer, ab 18 Uhr Musik im Park von Schloss Köpenick.

Für eine Entspannung an und im Wasser bietet sich das Strandbad Müggelsee an, von Köpenick aus bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Das Baden und Chillen dort kostet nichts, es gibt schöne Plätzchen im Schatten unter Bäumen, und gegen die spitzigen Steine im seichten Wasser kann man an Ort und Stelle für wenig Geld geeignete Badeschuhe finden.

Im Wassersportclub nebenan kann man es sich in den am Wasser aufgestellten Liegestühlen bequem machen, dem munteren Treiben auf dem Wasser zusehen und wunderbar entspannen.

Um weitere schöne Plätze, auch Cafés und Restaurants, am Müggelsee ausfindig zu machen, bietet sich eine Fahrt über den Müggelsee von der Dahme in Köpenick aus an

Das Highlight unseres Berlinaufenthalts war eine Abendfahrt auf einem der unzähligen Ausflugsschiffedie sich im Minutentakt auf Spree und Kanälen begegnen.  Schon vor dem Einstieg Friedrichstraße an der Weidendammer Brücke konnten wir von einem herrlichen Plätzchen aus direkt am Kanal das (im wahrsten Sinne) bunte Treiben  beobachten.

Erst geht es (scheinbar) in die falsche Richtung, vorbei an der Museumsinsel, deren Gebäude seit Jahren renoviert werden, zur Mühlendammschleuse und wieder zurück, dann aber weiter durch das Regierungsviertel. „Durch“ kann man wörtlich nehmen. Die Spree windet sich durch Abgeordnetenbürobauten, kratzt fast am Reichstag und schrammt das Bundeskanzleramt. Letzteres aber erst auf der Rückfahrt. 

Vorher wendet das Schiff nach Steuerbord, um zum Hauptbahnhof zu gleiten. Der aus der tiefen Perspektive besonders eindrucksvoll wirkt, weiter an der Charité, nicht erst seit der gleichnamigen Fernsehserie berühmt geworden, vorbei nach Norden. 

Plötzlich ein ganz anderes Bild. Viel Grün von Schrebergärten, Dorfidylle. Vorbei am "Bauch von Berlin", dem Großmarkt biegt das Schiff in eine der grünen Lungen von Berlin, dem Park des Charlottenburger Schlosses. Das ahnt man nur vom Boot aus. Vorbei an alten und superneuen Industriebauten landet man plötzlich wieder im Regierungsviertel.

Eines muss man den Architekten des Regierungsviertels lassen. So bürgernah wie in Berlin zeigt sich kaum ein Regierungskomplex in der Welt. Man erwartet jede Sekunde, dass man die Figuren, die man, wenn nicht von den Bundestagswahlen, doch von der abendlichen Tagesschau kennt, auf einer der Terrassen steht und den Vorbeifahrenden zuwinkt.  

Zwischen all dem hoheitlichen Gemäuer Restaurants und Bars am Spreeufer mit hunderten von Liegestühlen, an den heißen Tagen des letzten Sommers vollbesetzt mit Jung- und Altvolk. Übrigens auch ein Kennzeichen der Stadt. Alter spielt erst dann eine Rolle, wenn das gemeinsame Erleben körperlich nicht mehr zustande kommt. Ansonsten erlebt man mit 60 oder 70+ eine unvergleichliche Akzeptanz. Hier scheint nur der Kopf zu entscheiden, wie alt man wirklich ist.

 

Die Fahrt endet wie üblich, wo sie begonnen hat, geht aber im Kopf noch lange weiter.

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