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Flensburg, mehr als PPP

Dieter

Nein, die Flensburger hören das nicht gerne, diese drei Ps, die für Porno, Pils und Punkte stehen.

„Porno“, weil die Stadt Jahrzehnte mit dem Namen Beate Uhse verknüpft wurde. Die ist inzwischen verstorben, die Firma ins Ausland verschoben. „Pils“ steht für das Flensburger Bier und damit für eine alkoholisierte Stadt. Denn, neben dem Gerstensaft hat die Stadt bis ins vorige Jahrhundert hinein vom Rumhandel profitiert, dem Import des hochprozentigen Zuckersaftes aus der Karibik. Auch das ist Geschichte. Nur ein einziger echter Rumhändler steht noch für die historische Tradition. Bleiben die „Punkte“, für viele sehr zeitnah. Dank Kraftfahrtbundesamt und der damit verbunden „Verkehrssünderkartei“ haben Tausende unliebsame Bekanntschaft mit der Fördestadt gemacht.

Der kann man dafür keine Schuld geben. Nicht sie, sondern regelwidrig fahrende Automobilisten landen auf diese Weise in Flensburg.

Die Stadt hat oder hatte noch andere Schwächen. Die sind mir in 20 Jahren Tätigkeit dort nicht verborgen geblieben und haben, das muss ich zugeben, den Blick für die schönen Seiten der Stadt getrübt.

Jetzt lebe ich 600 km entfernt und begegne Flensburg als „Tourist“. Mit Erika erlebe ich die Stadt neu und sehr positiv.

 

Flensburg, HHH und mehr

Erika

 „HHH“, gesprochen mit kurzem a, also wie ein Lacher: „ha! ha! ha!“

Das klingt fröhlich, ausgelassen, positiv – und so habe ich die Stadt erlebt.

 

Die drei Hs stehen für Hafen, Höfe, Hinterland – drei Pluspunkte, die für mich Flensburg als Reiseziel attraktiv machen.

Der Hafen

Bei Tag und bei Nacht ein Anziehungspunkt.

Für Genießer: Die vielen Cafés und Restaurants rund um den Hafen.

Für Romantiker: Das Sitzen auf den Stufen am Wasser an der Hafenspitze und weit zu den Silos im Osthafen, mit Speisen, Getränken, leiser Musik und auch mal Gesang. Besonders schön, wenn es dunkel wird.

 

Für Sportliche: Ein Rundgang um den Hafen. Angefangen am Nordertor, vorbei an der Museumswerft, am Schiffahrtsmuseum, am Museumshafen und der Dampfersammlung entlang bis zum Ende des Hafens an der Ostseite, von wo aus man einen Blick werfen kann auf das Geschehen in der Werft gegenüber. Alles in allem ein Gang von gut 2 Kilometern.

Die Kaufmannshöfe

Immer wieder wurde ich beim Bummeln über die Große Straße, den Holm und die Rote Straße wie magisch von den rechts und links der Straße liegenden Höfen angezogen, die liebevoll restauriert und durch kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants zu neuem Leben erweckt wurden.

 

Das Hinterland

Von wegen „plattes Land“! Sprüche wie: „Hier kann man morgens schon sehen, wer abends zum Essen kommt“ haben auch mich in meiner hügeligen Mittelhessenlandschaft negativ beeinflusst und ein falsches Bild vom Ostseehinterland entstehen lassen. Dabei sind Gebiete wie die Geltinger Birk und die hügelige Landschaft von Angeln mit Wäldern, Mooren und Seen alles andere als platt.

 

Mehr unter https://www.flensburger-foerde.de/

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Kommentare: 1
  • #1

    Nordlicht (Freitag, 18 Oktober 2019 20:58)

    Danke für die Liebeserklärung an meine Stadt!!!

    Eine Flensburgerin